eine Frau mit Feldstecher in einem Feld

Ein Studium öffnet viele Wege

Nach dem Studium ist vor dem Job. Nur, wo soll die Reise hingehen?

 

Die Universität Zürich zählt über 28 000 Studierende. Jedes Jahr schliessen knapp 6000 Studentinnen und Studenten ihre Ausbildung ab, sei es mit einem Master, einem Bachelor oder einem Doktortitel. Nach den Examen stellt sich die Frage, wo die Reise hingehen soll: akademische Karriere oder Berufsleben? Nur der kleinere Teil der Absolventinnen und Absolventen entschliesst sich, eine akademische Karriere einzuschlagen. Das Gros wechselt in die Wirtschaft oder die Verwaltung und findet dort attraktive Stellen, in denen das an der Universität erworbene Rüstzeug praktisch angewendet werden kann.

Im aktuellen «Fokus» stellen wir Alumnae und Alumni vor, die ausserhalb der akademischen Institution wissenschaftlich arbeiten. Zum Beispiel den Ökonomen Basil Odermatt aus einem privaten Zürcher Forschungs- und Beratungsbüro, der sich mit Fragen zur klimaneutralen Zukunft beschäftigt. Er schätzt den praktischen Bezug seiner Arbeit, die akademische Forschung hingegen interessiert ihn weniger. Die praktische Umsetzung ihrer Kenntnisse hat auch für die Biologin Pascale Hutter Priorität, die in einem Ökobüro arbeitet und für das Biomonitoring des Bundes ausgewählte Arten erfasst. Der Biochemiker Stefan Ewert, der in der Basler Pharmaindustrie tätig ist, zeigt im Weiteren, dass Wissenschaft an der Schnittstelle von grundlegender und angewandter Forschung hochinteressant sein kann.

Nicht so einfach wie in der Life-Sciences-Branche ist es für Geisteswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, ausserhalb der Akademie wissenschaftlich tätig zu sein. Geschafft haben dies die Romanistin Deborah Keller, die Kinder- und Jugendmedien in einem Institut analysiert, sowie Fabienne Tissot, die als Linguistin in einem Unternehmen für Kommunikationsmanagement für Diskurs- und Dialoganalysen verantwortlich ist.

Die vorgestellten Berufswege widerspiegeln einen kleinen Ausschnitt der vielfältigen Karrierepfade ausserhalb der Universität. So gibt es zum Beispiel auch die Möglichkeit, eigene Ideen und Innovationen aus der Forschungstätigkeit für die Gründung einer Firma zu nutzen. Der neue Rektor Michael Schaepman wünscht sich unternehmerisches Denken; Innovationen stärken das Image der Universität und sollen gezielt unterstützt werden. Den Schritt zur eigenen Firma hat der Geoinformatiker Reik Leiterer zusammen mit drei Kollegen gewagt. Ihr Spin-off Exolabs entwickelt Programme zur Analyse von Satellitendaten.

Stefan Stöcklin