Im Fokus: Prüfungen in Zeiten von Corona

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Im Hörsaal oder zu Hause, elektronisch oder auf Papier: Die UZH hat in den vergangenen Semestern Mut zur Prüfungsvielfalt bewiesen

 

Welche Erfahrungen UZH-Angehörige mit den «Corona-Prüfungen» gemacht haben.

Das laufende Frühjahrssemester ist bereits das dritte Semester in Folge, das unter aussergewöhnlichen Bedingungen stattfindet. Während zwar alle sieben Fakultäten der UZH ihren Präsenzunterricht so weit wie möglich eingestellt und auf digitale Formate umgestellt haben, sind sie in puncto Prüfungen in den vergangenen Semestern doch unterschiedliche Wege gegangen.

Die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät zum Beispiel prüft ihre Studierenden seit dem Lockdown im März 2020 ausschliesslich online – und will die positiven Erfahrungen aus der Corona-Zeit für langfristige Verbesserungen von Online-Lehre und E-Assessment nutzen. Die Rechtswissenschaftliche Fakultät wiederum hat ihre grossen Jahresprüfungen des vergangenen Frühjahrssemesters in den – aus epidemiologischer Sicht – weniger risikoreichen Sommer verschoben, so dass sie vor Ort durchgeführt werden konnten. Die Umstellung auf remote Prüfungen erfolgte erst im Herbstsemester 2020. Die Mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät, die Medizinische Fakultät sowie die Vetsuisse-Fakultät sind im vergangenen Herbstsemester dagegen so schnell wie möglich zu Präsenzprüfungen zurückgekehrt. «Die klassischen Prüfungsformen erlauben uns ein besseres Assessment», begründet Thierry Hennet, Studiendekan der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät diesen Entscheid.

Ob Remote- oder Präsenzprüfung, elektronisch oder auf Papier: Die Prüfungsphasen unter Corona-Bedingungen hat die UZH in den vergangenen Semestern souverän gemeistert – dank des engagierten und manchmal auch kräftezehrenden Einsatzes aller Beteiligten. Für die Dozierenden, insbesondere für die Ange-hörigen des wissenschaftlichen Nachwuchses, war die Umstellung auf digitale Prüfungen arbeitsintensiv und didaktisch anspruchsvoll. Auch für die Studierenden stellten sich die neuen Prüfungssituationen als herausfordernd dar. Viel Zeit, Energie und Know-how haben zudem die Mitarbeitenden der Fakultäten und der Zentralen Dienste, insbesondere der Zentralen Informatik und der Hochschuldidaktik, in die Organisation und die Durchführung der «Corona-Prüfungen» investiert. Dass die Prüfungen über alle Fakultäten hinweg weitgehend reibungslos verlaufen sind, ist ein sehr erfreuliches Resultat.

Als wesentliches Fazit aus den vergangenen Semestern kann die Erkenntnis gezogen werden, dass elektronische Prüfungsformate stark an Bedeutung gewonnen haben. Daher hat sich die Universitätsleitung auch dafür ausgesprochen, Dienstleistungen und Infrastruktur rund um das Thema E-Assessment kontinuierlich auszubauen. «Blended Learning mit On-Campus Education als Kern soll die neue Normalität an der UZH werden», sagt Gabriele Siegert, Prorektorin Lehre und Studium. «Dazu gehören auch digitale Leistungsnachweise.»

Alice Werner