Laptop

Homeoffice in Corona-Zeiten

Mein wichtigstes Uniding seit dem Lockdown ist mein UZH-Laptop. Das haben die zwei Kleinkinder in unserem Haushalt schon am ersten Tag der Isolation gecheckt. Seitdem nutzen sie ihre unerschöpfliche Energie prioritär dazu, herauszufinden, was an dem rechteckigen Ding so interessant sein könnte. Ich stelle dabei ein leicht zu überwindendes Hindernis dar. Hebe ich das Objekt der Begierde angesichts der heranstürmenden Bande schnell in  vermeintlich unerreichbare Höhen, entwickeln sie artistische Kletterfähigkeiten. Flüchte ich mit dem mobilen Endgerät ins abschliessbare Badezimmer, beweisen sie handwerkliches Talent und versuchen die Tür mit Akkuschrauber und Kettensäge aus dem Kinderwerkzeugkasten aufzubrechen. Dank ihres todsicheren Instinkts erwischen sie mich jedes Mal, wenn ich versuche, unbemerkt ein paar Textzeilen in die Tasten zu hauen. Gestern habe ich mein eingeschaltetes Notebook einen Moment unbeobachtet gelassen. Als ich zurückkam, hatten sie die Arbeit der letzten Stunde gelöscht, einen Videocall gestartet und eine E-Mail verschickt («Sehr geehrte Frau Wiener, gerne möchte ich Sie für ein Interview wkjölkasdjfio ausdwe’39$üskd0000000»). Ausserdem wurde mir deutlich zu verstehen gegeben, dass man sie bitte in Ruhe lassen solle – sie hätten schliesslich zu arbeiten. Mir blieb nichts anderes übrig, als mich auf den Balkon zu verziehen und meine Corona-Ferien zu geniessen.

Alice Werner