Tanja Hammel

Blick auf vergessene Forscherin

Einen interessanten Blick in die Forschungswelt des 19. Jahrhunderts ermöglicht die Dissertation der Historikerin Tanja Hammel über die Naturforscherin Mary Elizabeth Barber (1818–1899) aus der britischen Kapkolonie in Südafrika. Barber, eine Autodidaktin, korrespondierte mit bekannten Wissenschaftlern wie Charles Darwin und lieferte unter anderem wichtige Bestätigungen für die heiss diskutierte Evolutionstheorie. Als Frau wurde sie allerdings marginalisiert, und der Zugang zu den meisten wissenschaftlichen Gesellschaften blieb ihr verschlossen. Dennoch schrieb sie 16 Artikel in wissenschaftlichen Zeitschriften. Sie belegen teilweise, wie sie die Wissenschaft zu siedler- und frauenpolitischen Zwecken instrumentalisierte. «Die Komplexität der Figur und ihre Widersprüchlichkeiten haben mich fasziniert», sagt Tanja Hammel, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der UZH tätig ist. Entstanden sei ein «elegantes Narrativ», wie es in der Laudatio zur Arbeit heisst, für die sie den fakultären Dissertationspreis der Uni Basel erhalten hat. Ihr Buch wird diesen Sommer bei Palgrave erscheinen. (th/sts)