Vier Fragen an den Rektor

Herr Schaepman, das Hauptziel der UZH in den vergangenen Monaten war, den Studierenden einen geregelten Abschluss des Semesters zu ermöglichen. Wurde es erreicht?

Michael Schaepman: Ja, und dafür danke ich allen Studierenden, allen Mitarbeitenden und den Fakultäten. Es war ein Kraftakt, der ohne die Flexibilität, das Engagement und die anhaltende Motivation aller Beteiligten nicht hätte erbracht werden können. Lehrveranstaltungen – die Prüfungen inklusive – konnten planmässig durchgeführt werden, überwiegend on-line, wo nötig auch in Präsenzform. Die Services für Forschung, Lehre und Studium wurden weiterhin erbracht. Was mich besonders freut: Die Ansteckungsrate an der UZH lag bisher stets unter dem kantonalen Durchschnitt. Das zeigt, dass die Schutzkonzepte vor Ort wirksam waren und insgesamt sehr diszipliniert eingehalten wurden.

Wie geht es jetzt weiter?

Der Lehrbetrieb findet grundsätzlich digital statt, Mitarbeitende arbeiten mehrheitlich von zu Hause aus. Für uns alle, insbesondere aber die Studierenden ist das eine Geduldsprobe. Wir vermissen das universitäre Leben vor Ort. Zugleich stelle ich aber auch fest, dass sich unsere Studierenden zu helfen wissen, sich untereinander organisieren und sich gegenseitig unterstützen. Das beeindruckt mich und stimmt mich zuversichtlich.

Alle hoffen auf ein baldiges Ende der Pandemie. Was trägt die UZH dazu bei?

Ich bin stolz darauf, wie vielfältig und perspektivenreich die Forschung rund um das Coronavirus und die Pandemie an der UZH ist. Gefreut hat mich auch, dass es gelungen ist, über den Jahreswechsel innert kürzester Frist das Referenz-Impfzentrum des Kantons Zürich an der UZH einzurichten. Das zeigt exemplarisch, wofür unsere Universität insgesamt steht: Sie integriert Forschung, Lehre und Dienstleistungen für die Bevölkerung.

Die UZH hat eine School for Transdisciplinary Studies gegründet. Warum?

Weil wir das kreative, vernetzte Denken fördern wollen. Und das nicht nur in der Forschung, sondern verstärkt auch in der Lehre. Je komplexer die Herausforderungen werden, desto gefragter ist die Fähigkeit, unterschiedliche methodische Ansätze zu verbinden und verschiedene Fachperspektiven aufeinander zu beziehen. Das Fächerangebot der UZH umfasst nahezu das gesamte wissenschaftliche Spektrum. Das bedeutet, dass wir beim Aufbau überfachlicher Lehrangebote aus einem sehr grossen Potenzial schöpfen können. Die Lancierung der School for Transdisciplinary Studies ist der Anfang einer vielversprechenden Entwicklung.

Interview: David Werner