Bronzene Skulpturen

Das Flöten des Triton

Wer in den Hinterhof des Erweiterungsbaus des Instituts für Banking und Finance an der Plattenstrasse tritt, steht unvermittelt vor einer bronzenen Skulptur: Neben einem meterhohen Pferdekopf flötet der Meeresgott Triton in eine Muschel, aus der Öffnung plätschert Wasser in hohem Bogen in die Kanalisation. Die auffällige Skulptur mit dem Namen «Deceitful Habits in a Human's Soul» steht natürlich nicht zufällig neben der Ausbildungsstätte für angehende Bankerinnen und Banker. Sie ist ein Sinnbild für die Bedeutung von Geld und soll die Studentinnen und Studenten sowie alle Betrachter zum Nachdenken über Glück und Geld anregen.

Die von den beiden Künstlern Michael Meier und Christoph Franz entworfene Skulptur hat eine aussergewöhnliche Geschichte. In der Bronzehülle der beiden Figuren stecken 84 000 Zehn-Cent-Münzen aus dem Trevi-Brunnen in Rom. Mit Geschick und diplomatischer Unterstüzung der Botschaft konnte das Künstlerduo diesen Münzenhaufen von der Hilfsorganisation Caritas in Rom erwerben, die mit den Trevi-Spenden soziale Projekte finanziert. Damit war der Weg frei, das mit viel Symbolik aufgeladene Geld in die Skulptur umzugiessen, die zwei Figuren des Trevi-Brunnens aufnimmt. Gemäss Legende bringt der Wurf einer Münze über die rechte Schulter in den Brunnen Glück. Für die Künstler symbolisiert diese Handlung das Verschenken von Geld, das mindestens so glücklich mache wie ihr Erwerb und Besitz. Fürwahr – eine stimulierende Anregung für die Ökonominnen und Ökonomen im Institut.

Stefan Stöcklin