Vier Fragen an Rektor Michael Hengartner

Der Rektor erklärt, wieso die Universität international sichtbarer werden sollte.

David Werner

Herr Hengartner, die UZH gehört weltweitzu den besten Forschungsuniversitäten. Wird sie international auch entsprechend wahrgenommen?

Michael Hengartner: Unsere Universität geniesst international einen sehr guten Ruf, gemessen an ihren Leistungen und Qualitäten müsste ihre globale Ausstrahlung aber noch stärker sein. Zieht man harte Kriterien wie zum Beispiel den Anteil an besonders häufig zitierten wissenschaftlichen Publikationen in Betracht, gehört die UZH zur internationalen Topliga und steht auf Augenhöhe mit Oxford oder der ETH. Was ihre Reputation anbelangt, erreicht die UZH gemäss internationalen Rankings aber tiefere Werte.

Wie kommt es zu dieser Diskrepanz?

Einer der Gründe liegt darin, dass wir auf internationaler Ebene zu wenig Gewicht auf unsere Aussenwahrnehmung gelegt haben. Wir haben in gut schweizerischer Manier darauf vertraut, dass es reicht, qualitativ gute Arbeit zu leisten, und uns zu wenig darum gekümmert, unsere Qualitäten global sichtbar zu machen. Dieses Defizit wollen wir nun ausgleichen.

Welche Massnahmen sind geplant?

Wir wollen den Studierendenaustausch deutlich erhöhen und die internationale Zusammenarbeit in allen universitären Bereichen von der Lehre bis zur Forschung noch stärker als bisher fördern. Dazu gehört ein Ausbau unserer Partnerschaften und Netzwerke. Wir wollen zum Beispiel im Rahmen unserer bestehenden strategischen Partnerschaften künftig das ganze Spektrum an Austauschmöglichkeiten nutzen. Zudem möchten wir mehr Präsenz bei internationalen Foren zeigen und auf Forschungsebene enger mit internationalen Organisationen zusammenarbeiten. Und nicht zuletzt gilt es, unsere Aussendarstellung wirkungsvoller zu gestalten – um damit die Öffentlichkeit verstärkt auf die Leistungen der UZH in Forschung und Lehre aufmerksam zu machen. Um international signifikant an Profil zu gewinnen, müssen wir planmässig darauf hinarbeiten, nach aussen ein sichtbares, wiedererkennbares und unverwechselbares Bild unserer Universität zu vermitteln.

Warum setzen Sie sich so stark für die Internationalisierung ein?

Weil die Wissenschaft vom Austausch lebt – über alle Grenzen hinweg. Internationale Vernetzung ist für exzellente Forschung unverzichtbar, dasselbe gilt für exzellente universitäre Bildung. Studieren heisst, den eigenen Horizont zu erweitern. Das schliesst Auslanderfahrungen mit ein. Ich empfehle allen unseren Studierenden nachdrücklich, wenn nicht ein Semester, dann mindestens einen Sommer lang an einer ausländischen Universität zu studieren.