Porträtaufnahme von Caroline Maake.

Caroline Maake: anschaulich, kontextuell

Wenn Caroline Maake in ihrer Vorlesung zur Anatomie des menschlichen Bewegungsapparats das Kniegelenk erläutert, benennt sie nicht einfach nur Knochen, Muskeln und Bänder, sondern erklärt den genialen Aufbau, der gleichzeitig Stabilität und Bewegungsfreiheit ermöglicht. «Ich fokussiere in meiner Lehre auf die Zusammenhänge und versuche zu erläutern, warum ein Körperteil so gebaut ist und welche funktionellen Konsequenzen das hat», sagt die Anatomin. Dank ihrer begeisternden Art gelinge es ihr, die Studierenden zu fesseln, sagt ein Student. Und genau das ist Maakes Ziel: Sie möchte die Zuhörerinnen und Zuhörer dazu bringen, die anatomischen Details unseres Körpers im Kontext seiner faszinierenden Komplexität, aber auch seiner Schwachstellen zu verstehen. Dazu nutzt sie konventionelle Hilfsmittel wie Folien und ab und an ein Präparat, das sie vorzeigt. Wichtiger als die technischen Hilfsmittel sind jedoch die packenden Erläuterungen der Zusammenhänge. «Ich versuche, das relevante Wissen wenn immer möglich in eine Geschichte zu verpacken», sagt sie. Mit diesem Ansatz, der überraschende und interessante Einsichten ermöglicht, gelingt es ihr, die zahlreichen Medizinstudentinnen und -studenten in den Grossveranstaltungen bei der Stange zu halten. Sie könnten sich anatomisches Fachwissen durchaus auch aus Büchern oder Websites anlesen, aber den Mehrwert der erfahrenen Dozentin wollen sie offenbar nicht missen. Dahinter steckt viel Leidenschaft und minuziöse Vorbereitung: «Ich überlege mir genau, was ich den Studierenden bieten kann, und achte darauf, die Themen gut und verständlich zu präsentieren», sagt sie.

Caroline Maake, Professorin für Anatomie