Porträt Simon Müller

Jupiters Kern

Von Stefan Stöcklin

Als Astrophysiker hat Simon Müller eine Vorliebe für Planeten. Die Himmelsobjekte sind Teil des riesigen Kosmos und immer mit einem grösseren Sonnensystem verbunden. «Planeten sind anschaulich und theoretisch hoch interessant», sagt der Doktorand in Ravit Helleds Gruppe am Zentrum für Theoretische Astrophysik und Kosmologie. Angetan haben es ihm besonders die mächtigen Gasplaneten wie Jupiter oder Saturn, die von blossem Auge am Nachthimmel erkennbar sind. Im Fall des Jupiter ist dem Forscher vor Kurzem ein veritabler Coup gelungen: In Zusammenarbeit mit chinesischen und amerikanischen Gruppen hat Müller in seinen Modellberechnungen gezeigt, dass ein heftiger Einschlag den Kern des jungen Gasplaneten erschüttert haben dürfte. Dies hat zum diffusen Kern geführt. Die Publikation im renommierten Magazin «Nature» hat grosses Echo ausgelöst, denn der ungewöhnliche Jupiter-Kern hat die Astronomen bisher in Erklärungsnotstände gebracht. «Unsere Rechensimulationen können die überraschende Eigenschaft erklären», sagt Müller, der nun noch lieber zum Jupiter hochblickt.