Die UZH fördert transdisziplinäre Studienangebote

UZH Hauptgebäude grafisch vernetzt
Vernetzt studieren: Die Vielfalt der UZH begünstigt fächerübergreifende Lehrformate. (Illustrationen: www.guggenheim.li)

 

Wenn Studierende verschiedener Fächer gemeinsam an einem Thema arbeiten, entsteht eine besondere Dynamik: Unterschiedliche Perspektiven, Vorgehensweisen und Fachsprachen treffen aufeinander. Studierende lernen, ihr eigenes Fach in Beziehung zu anderen Fächern zu setzen und wissenschaftliche Differenzen produktiv zu machen. Sie erwerben dabei Kompetenzen, die auch im Berufsleben gefragt sind: Zum Beispiel die Fähigkeit, unterschiedliche Standpunkte miteinander zu verknüpfen, Probleme aus mehreren Blickwinkeln zu erfassen, offen und vernetzt zu denken und in fachlich gemischten Teams zusammenzuarbeiten.

Fachübergreifende Forschung ist an der UZH weit verbreitet. Nun will die UZH verstärkt auch die fachübergreifende Lehre fördern, wie Gabriele Siegert, Prorektorin Lehre und Studium, erklärt. Dazu wurde zu Jahresbeginn eine «School for Transdisciplinary Studies» (STS) ins Leben gerufen. Sie ist beim Prorektorat Lehre und Studium angesiedelt und bildet eine Art Drehscheibe zwischen den Fakultäten und den einzelnen Initiativen, welche die überfachlichen Lehrangebote entwickeln. Das Startportfolio der STS besteht aus fünf Modulen. Sie sind für Studierende aller Fakultäten zugänglich und als Ergänzung zu den Bachelor- und Masterprogrammen gedacht.

Die teilnehmenden Studierenden beleuchten Risiken und Chancen der digitalen Transformation aus diversen Fachperspektiven («Studium Digitale»). Sie validieren Geschäftsideen in gemischten Teams («Digital Ventures Leadership & Foundation»). Sie denken aus rechtlicher, ethischer, medizinischer und naturwissenschaftlicher Sicht über Tiernutzung in der Forschung nach («3R und Ethik im Tierversuch»). Sie beschäftigen sich im Rahmen öffentlicher Podien mit verschiedenen Aspekten der Nachhaltigkeit («Nachhaltigkeit jetzt!»). Oder sie trainieren die Vermittlung komplexer wissenschaftlicher Inhalte und lernen dabei die didaktischen Prinzipien verschiedener universitärer Fachdisziplinen kennen («Start! Tutor*innenqualifikation@UZH»).

Mit fünf Modulen im Umfang von ein bis drei ECTS Credits ist die Auswahl an transdisziplinären Studienangeboten derzeit noch überschaubar. «Umso grösser ist das Zukunftspotenzial», erklärt Gabriele Siegert. Angesichts ihres breiten Fächerspektrums habe die UZH beste Voraussetzungen dafür, das bestehende transdisziplinäre Lehrangebot auszubauen. «In welchem Umfang dies geschehen wird, hängt auch vom Interesse und der Nachfrage der Studierenden ab.

 

David Werner